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AKTUELLES

Förderverein stärkt Krisenhelfer

Das Kriseninterventionsteam des Landkreises Schwäbisch Hall freut sich, dass es von einem tatkräftigen Förderverein unterstützt wird.

Nach schweren Verkehrsunfällen, Bränden und anderen existenziellen Problemen steht das Kriseninterventionsteam (KIT) bereit, auch um die aktiven Rettungskräfte zu entlasten. Vorsitzender des Fördervereins ist Dekan Siegfried Jahn, der zu der Versammlung die Vereins- und Vorstandsmitglieder, Notfallseelsorger und Angehörige des Kriseninterventionsteams im Bürgerzentrum "Spektrum" in Blaufelden begrüßte.

Das Beschaffen von Spendengeldern zur Unterstützung des Kriseninterventionsteams ist und bleibt die Hauptaufgabe des Fördervereins, sagte Harald Fritz in seinem Bericht als Geschäftsführer. Dies machte es auch wieder möglich, elf neue Mitglieder zu kollegialen Ansprechpartnern ausbilden zu lassen, die Einsatzkräften hilfreich zur Seite stehen.

Im Tätigkeitsbericht des Kriseninterventionsteams informierte das mit Cordula Eymann, Waltraud Altdörfer und Michael Spantig besetzte Leitungsteam (Rosi Lohner war verhindert) über die zahlreichen Aus- und Fortbildungsveranstaltungen sowie über die abgewickelten Einsätze. Weitere Schwerpunkte waren Vorstellungsgespräche mit den zur Mitarbeit bereiten Personen und die Umsetzung der neuen Alarmierungsstruktur. Mit dieser erhofft sich das Team eine Entlastung in der Bereitschaftszeit. Als Folge daraus würden sich aber auch die Einsatzzahlen erhöhen.

Es ist eine Besonderheit, dass im Landkreis Schwäbisch Hall alle Hilfsorganisationen und die Notfallseelsorge unter dem Logo des Landkreises agieren und zusammenarbeiten.

Auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz. Ein Grillfest im Sommer sowie der Besuch der Muswiese im Herbst sind gut angenommen worden. Schatzmeister Jürgen Mors legte eine ausgeglichene Bilanz vor.

Für das laufende Jahr haben der Chor und das Orchester der Neuapostolischen Kirche ein Benefizkonzert zu Gunsten des Kriseninterventionteams angekündigt. Beide waren schon vor zwei Jahren in Wallhausen zu hören. Das Konzert wird am Sonntag, 10. November, in Schwäbisch Hall stattfinden.

Quelle: www.swp.de/SWP vom 09.04.2013


Ehrenamtliche Notfallseelsorger: Erste Hilfe in schweren Stunden

Das Kriseninterventionsteam (Kit) leistet Hilfe, wenn jemand im Kreis Schwäbisch Hall durch einen Not- oder Unglücksfall aus der Lebensbahn gerissen wird. Mitarbeiter des Kit trafen sich unlängst zu einem Fachtag.

Im Jahr 1999 hatte die Notfallseelsorge der beiden großen Kirchen ihre Arbeit aufgenommen. Doch bald stellte sich heraus, dass die Pfarrer diese Aufgabe nicht allein schultern konnten. Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer war gefragt. 2006 wurde das Kriseninterventionsteam im Landkreis Schwäbisch Hall entwickelt. Die Feuerwehren, das Deutsche Rote Kreuz, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, das Technische Hilfswerk und der Arbeiter-Samariter-Bund taten sich zusammen.

Die Aufgabe der Kit-Mitarbeiter ist es, gemeinsam mit den Seelsorgern Unfall- und Gewaltopfern sowie Angehörigen, die mit einer plötzlichen Todesnachricht konfrontiert sind, eine erste menschliche Hilfe zu bieten. In einem weiteren Schritt wird das soziale Netz der Betroffenen aktiviert, um sie in andere Hände überzuleiten. Die Einsätze koordiniert ein sogenanntes "Kopfteam". Die zentrale Rettungsleitstelle in Schwäbisch Hall fordert die Einsätze an.

Michael Knaus, Erster Landesbeamter im Landkreis und Stellvertreter des Landrats, betonte bei der Fachtagung in Wolpertshausen die herausragende Stellung des Kit. Es gebe auch in anderen Landkreisen Kriseninterventionsteams. Aber die hiesige enge Zusammenarbeit von kirchlichen Seelsorgern und ehrenamtlichen Mitarbeitern der Hilfsorganisationen sei innerhalb eines gemeinsamen Kit-Teams in Baden-Württemberg einmalig. Dekan Siegfried Jahn aus Blaufelden, erster Vorsitzender des "Fördervereins Kit", äußerte die Überzeugung: "Wir gehen nicht allein zum Einsatzort, sondern Gott ist dabei."

Als Referenten hatten die Organisatoren Hanjo von Wietersheim gewonnen. Er ist Pfarrer, Rettungsassistent, Kirchenrat der evangelischen-bayerischen Landeskirche und deren Beauftragter für Notfallseelsorge. Er legte ausführlich dar, dass kirchliche Notfallseelsorge und ehrenamtliche Krisenintervention einander brauchen. Pfarrer sowie ehrenamtliche Mitarbeiter der Hilfsorganisationen würden jeweils unterschiedliche Kompetenzen mitbringen, die sich ergänzen. Von Wietersheim sprach sich für die Entwicklung gemeinsamer Qualitätsstandards und Leitlinien aus.

Das zweite Referat des Gastredners drehte sich um die Herausforderungen, die ein Großschadensfall an die psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) stellt. Abgestuft nach unterschiedlich großen Schadensfällen spielte der Experte durch, wie viele Führungskräfte, Einsatzfahrzeuge und Kit-Mitarbeiter vor Ort nötig sind. In Arbeitsgruppen wurden nach dem Mittagessen Erfahrungen ausgetauscht sowie Fragen an den Referenten gestellt.

Quelle: www.swp.de/Andreas Balko vom 18.03.2015


Kriseninterventionsteam im Landkreis Schwäbisch Hall sucht weitere Mitarbeiter

Das Kriseninterventionsteam im Landkreis ist gewachsen. 60 Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie 22 Helferinnen und Helfer stehen in seelischen Notfällen bereit. Personalbedarf besteht aber weiterhin.

Die harten Jungs gibts natürlich auch. Einmal habe ihr ein Feuerwehrmann nach hartem Einsatz erklärt, warum er "KIT" nicht brauche, berichtet Cordula Eymann. Eineinhalb Stunden habe er dafür gebraucht. "In diesen anderthalb Stunden hat er sich KIT geholt." Sie hat ihn nicht darauf hingewiesen. Rechthaben ist nicht ihre Aufgabe. Sie war in seinem persönlichen Notfall zur Stelle und das musste genügen.

KIT steht für "Kriseninterventionsteam". Sich "KIT" zu holen, wie sich Cordula Eymann ausdrückt, bedeutet vor allem, zu reden, Worte für Situationen zu finden, die verarbeitet werden müssen. Manchmal genügt ein solches Gespräch, manchmal beginnt damit ein langer Prozess. Das Kriseninterventionsteam ist daran in der Regel nicht mehr beteiligt. KIT ist eine Notfalltruppe, die erste Hilfe leistet.

Das Überbringen von Todesnachrichten gehört dazu, die Betreuung von Angehörigen, von Unfall- und Gewaltopfern, das Gespräch mit Einsatzkräften, die unmittelbar mit den Auswirkungen von Unfällen und Gewalttaten konfrontiert sind. Dazu benötige man starke Leute, sagt Michael Spantig, der mit Cordula Eymann zum Kernteam gehört, "Menschen, die bereits Krisen erlebt und bewältigt haben und stabil aufgestellt sind."

Das KIT im Landkreis Schwäbisch Hall wurde 2006 aus der Notfallseelsorge entwickelt, die 1999 ihre Arbeit aufgenommen hat. Ziel war, die Last, die bis dahin vor allem auf den Schultern der Kirche lag, auf möglichst alle Hilfsorganisationen im Landkreis zu verteilen. 2008 begann eine erste Gruppe ihre Ausbildung, 2009 wurde ein Förderverein gegründet, der die Arbeit des KIT ideell und finanziell fördert.

Zwischenzeitlich sind neben den derzeit 60 Notfallseelsorgern der evangelischen und der katholischen Kirche auch 22 ehrenamtliche Mitarbeiter der Feuerwehren, des DRK und des Arbeiter-Samariterbundes beteiligt. Sie werden in Zweier-Teams zur jeweils einwöchigen Bereitschaft eingeteilt. Ihre Einsätze werden von der zentralen Rettungsleitstelle in Schwäbisch Hall koordiniert. Die Gruppe trifft sich alle sechs Wochen in Sulzdorf.

Zwar ist das Kriseninterventionsteam damit schon recht breit aufgestellt, von einer kreisweiten Abdeckung ist man freilich noch weit entfernt. Weil die Rettungsorganisationen durchweg ehrenamtlich organisiert sind, sind ihre personellen Kapazitäten ausgereizt. Das KIT sucht daher mittlerweile auch nach externen Freiwilligen.

Die Gelegenheit ist günstig, denn Ende November wird in Obersontheim ein KAP-Kurs stattfinden. KAP steht für "kollegialer Ansprechpartner" - die Teilnehmer werden in der Nachsorge für Einsatzkräfte geschult. Für die Betreuung von Opfern und Angehörigen genügt dieser Kurs freilich nicht. Wer sich dieser Aufgabe stellen möchte, benötigt eine intensive Schulung, die mehrere Wochen dauert.

"Wir wollen die Leute vorher kennenlernen und Vorstellungsgespräche führen", sagt Cordula Eymann. Potenziellen Teilnehmern müsse klar sein, dass diese Kurse nicht dazu da sind, eigene Lebenskrisen zu bewältigen, sondern um anderen Menschen zu helfen. Und die Gegenleistung? Man gewinne Sicherheit im Umgang mit schrecklichen Ereignissen, sagt Michael Spantig. Man werde für Situationen gerüstet, die man unter anderen Umständen verdrängen würde. Und man lerne, um Hilfe zu bitten.

Die harten Jungs haben das natürlich nicht nötig. So viele sind das allerdings nicht. Die Arbeit des KIT hat in den letzten Jahren auch das Problembewusstsein geschärft. Vor allem die Ausbilder und die jungen Leute beispielsweise in den Jugendfeuerwehren stellen die Notwendigkeit nicht in Frage, erklärt Spantig. Nur in der Alarmierungsstruktur sei das KIT noch nicht richtig verankert: Manchmal werden die Helfer in seelischer Not in der Hektik einfach vergessen.

Kontakt Geschäftsstelle des Fördervereins im Landratsamt, Harald Fritz, Telefon: (0791) 7557206, E-Mail: h.fritz@lrasha.de

Quelle: www.swp.de/Richard Färber am 19.10.2012


Siegfried Jahn leitet die Notfallseelsorge

Siegfried Jahn ist der neue Vorsitzende des "Fördervereins Krisenintervention und Notfallseelsorge im Landkreis Schwäbisch Hall". Er wurde bei der Hauptversammlung in Wolpertshausen einstimmig gewählt.

Bei der Gründungsversammlung des Fördervereins Krisenintervention im Januar 2009 wurde vereinbart, den Vorsitz wechselweise kommunalen und kirchlichen Vertretern zu überlassen. Nun ist der erste Wechsel vollzogen: Dekan Siegfried Jahn aus Blaufelden, bis 2010 Pfarrer in Gschwend, hat bei der Hauptversammlung des Fördervereins in Wolpertshausen den Vereinsvorsitz von der Wallhausener Bürgermeisterin Rita Behr übernommen. Rita Behr löst als Beisitzerin den Dekan i. R. Emil Haag ab.

Die bisherige Vorsitzende übergibt ein geordnetes Haus. Der Ausbau des Kriseninterventionsteams KIT gehe voran, berichtete sie der Versammlung. Der Förderverein könne die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung stellen, vor allem aber auf das Engagement der KIT-Angehörigen bauen. Die Investitionen in die Ausbildung und Ausrüstung der aktiven KIT-Mitglieder seien daher bestens angelegt. Freilich sei der Verein weiterhin auf Spenden angewiesen.

Geschäftsführer Harald Fritz berichtete von Veranstaltungen, bei denen sich das KIT und der Förderverein präsentiert hatten - etwa beim Kreisfeuerwehrtag in Braunsbach und beim 150. Jubiläum der Feuerwehr Gaildorf.

Laut Cordula Eymann und Rosi Lohner vom Leitungsteam haben zehn KIT-Mitglieder den Lehrgang für Kollegiale Ansprechpartner und acht weitere den Prüfungslehrgang an der Landessanitätsschule des DRK absolviert. Die beiden Frauen präsentierten auch neue Einsatzrucksäcke, Sweatshirts, Überwurfjacken und KIT-Banner. 2012 sollen die Alarmierungsstrukturen verbindlich festgelegt werden.

Schatzmeister Jürgen Mors legte eine ausgeglichene Bilanz vor. Michael Beck bescheinigte ihm eine tadellose Kassenführung. Die Entlastung beantragte Hausherr Bürgermeister Jürgen Silberzahn.

Quelle: www.swp.de/HF/RS vom 26.03.2012